Starke Sprüche zum starken Bier

Das Schützenheim in Sehensand war am Samstagabend bis auf den letzten Platz ausverkauft

Pressemitteilung aus der Neuburger Rundschau vom 30.03.2015 von Xaver Habermeier

Das Starkbierfest in Sehensand ist bekanntlich ein Feuerwerk der guten Laune. So kommt es nicht von ungefähr, dass eine Stunde vor Beginn das Schützenheim mit 120 Gästen bis auf den letzten Platz ausverkauft war. Für starke Sprüche zum starken Bier brauchten die Organisatoren vom Schützenverein keinen Mönch. "Derblecken können wir uns selber", sagte Dirigent Helmut Lenz - und servierte beim vierten Sehensander Starkbierfest zusammen mit seinem Musikerfreund Thomas "Pauli" Wöhr eine deftige Fastenpredigt. Seine Musikanten sorgten dazu für den passenden Ton.

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Die Stammgäste waren zur fünften Auflage der Gaudi nicht nur aus dem Neuburger Stadtteil gekommen, sondern auch aus den Nachbarorten. Schützenmeister Rudi Karpf und seine Helfer kredenzten ein süffiges dunkles Julius-Bräu. Statt einem Mönch präsentierten die Sehensander Musikanten eine eigene Einlage. Der musikalische Leiter Helmut Lenz und sein Trompeter Thomas Wöhr machten den Abend mit ihrer 45-minütigen Show zum Stimmungsvolltreffer. Eingeleitet hatte Wöhr den Vortrag mit einer Träumerei zum Gründungsjubiläum, denn laut Urbar ist Sehensand 2014 genau 800 Jahre alt geworden. "Ein riesen Zelt, die besten Musikbands sind bestellt. Unsere Blasmusik ist auch dabei, eine riesen Sau vom Grill und es gab Ochsenbraten, Go-Go-Girls und einige Konsorten bewarfen sich mit Sahnetorten. Das Schlaraffenland, es war geboren. Ich traute meinen Augen kaum, ich wachte auf, es war ein Traum", so Wöhr mit der Bedauerung, dass 800 Jahre Sehensand spurlos und ohne Fete an allen im Ort vorbei gegangen war - und man jetzt wieder 99 Jahre warten muss. Danach war der Vereinswirt, der zu seinem 70. Geburtstag die Torte auf dem Gehweg fallen ließ und seinen Ehrengast - das war der Pfarrer - nicht erkannt hatte, die erste Zielscheibe. Apropos Kirche, so haben die Musiker beobachtet, dass die Pfarrgemeinderatsvorsitzende tatsächlich zur Prozession zu spät gekommen und hinterhergedackelt sei. Der Moderator von Sehensand sei jetzt auf Bayern 1 zu hören und ein Feinschmecker, der in der bayerischen Staatskanzlei "Horschti-Kartoffeln" einführen wolle.

In den Reihen der Musiker gebe es Ausnahmetalente, die aber gerne, vor allem beim Starkbierfest, auf dem Stuhl oder anderen Orten, einschlafen würden. Weiter berichteten die Musiker von Proben mit Bierprobe. Aber nach dem Anzapfen sei auch der Zapfhahn mit raus gegangen - und das Vereinsheim musste frisch gestrichen werden.

Weiter gebe es im Ort Frauen, die zum Sonntagsgottesdienst eineinhalb Stunden unterwegs seien, auch wenn gar kein Gottesdienst stattfinden würde. Und es gebe Männer, die bei "Frauenarbeiten", wie Lenz das Unkraut zupfen nannte, auch Hanfpflanzen entfernen würden. Dann ging es im Fastenvortrag noch um Geschenke wie ein Dreirad für Männer, außerdem um einen im Schützenheim gefundenen Führerschein und um von Leid geplagte Männern, die am Anger wohnen und zu Hause kochen und putzen müssten. Mit dem Trinkspruch "Red was wahr ist, iss was da ist und trink was klar ist" beendeten Lenz und Wöhr ihren Fastenvortrag. Bei dunklem Bier und Leckerbissen wurde an diesem Abend in Sehensand alles andere als gefastet.

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